Auftragsverarbeitung (AVV) nach Art. 28 DSGVO
Was bedeutet Auftragsverarbeitung
Beispiel aus der Praxis
Rechte und Pflichten
Zwischen Auftraggeber und Auftragsverarbeiter ist zwingend ein schriftlicher Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abzuschließen. Dieser regelt die Pflichten beider Parteien und stellt die Einhaltung der DSGVO sicher.
Inhalt der Auftragsverarbeitung AVV
Auftragsverarbeitung DSGVO Sicherheit
Grundlagen, Pflichten und praktische Umsetzung
Rechtliche Konstruktion
Pflichten nach DSGVO
Praktische Umsetzung
Inhalt der Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO
Zentrale Mindestinhalte eines AVV
Beschreibung der ausgelagerten Verarbeitungstätigkeit und klare Abgrenzung der Leistungen des Auftragsverarbeiters.
Festlegung des Beginns, der Laufzeit sowie der Beendigung der Auftragsverarbeitung.
Konkrete Beschreibung, welche Verarbeitungsvorgänge durchgeführt werden und zu welchem Zweck dies erfolgt.
Benennung der Personengruppen, deren personenbezogene Daten verarbeitet werden, beispielsweise Kunden, Mitarbeitende oder Lieferanten.
Beschreibung der verarbeiteten Datenarten, etwa Kontaktdaten, Vertragsdaten, Abrechnungsdaten oder besondere Kategorien personenbezogener Daten.
Verpflichtung zur Umsetzung geeigneter TOM, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau für personenbezogene Daten sicherzustellen.
Regelungen zur Weisungsbindung des Auftragsverarbeiters sowie zum Umgang mit dokumentierten Weisungen.
Festlegung, wie personenbezogene Daten und Datenträger nach Beendigung des Auftrags zurückzugeben oder datenschutzkonform zu löschen sind.

Rechtliche Grundlagen der Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO
In Deutschland war dieses Konzept bereits aus dem Bundesdatenschutzgesetz bekannt, wo es als Auftragsdatenverarbeitung bezeichnet wurde. Mit Einführung der DSGVO erfolgte eine europaweite Harmonisierung der Regelungen, sodass ein einheitlicher Rechtsrahmen für Verantwortliche und Auftragsverarbeiter geschaffen wurde.
Artikel 28 DSGVO Anforderungen und Pflichten
Schriftliche Vereinbarung
Sicherheit der Verarbeitung
Unterauftragsverarbeiter
Unterstützung des Verantwortlichen
Löschung oder Rückgabe von Daten
Überprüfungen und Audits
Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden
Vertraulichkeit und Dokumentation
Datenschutzbeauftragter, Drittlandübermittlung und Fazit
Fazit: Artikel 28 DSGVO stellt sicher, dass Verantwortliche und Auftragsverarbeiter klare und überprüfbare Pflichten haben, um ein hohes Datenschutzniveau zu gewährleisten. Beide Parteien müssen diese Anforderungen kennen und konsequent umsetzen, um dauerhaft rechtskonform zu handeln.
Inhalte eines Auftragsverarbeitungsvertrags nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO
Zwingende Inhalte eines AV Vertrags
Gegenstand und Dauer der Verarbeitung
Art und Zweck der Verarbeitung
Kategorien betroffener Personen
Kategorien personenbezogener Daten
Rechte und Pflichten des Verantwortlichen
Pflichten des Auftragsverarbeiters
Wann liegt eine Auftragsverarbeitung vor
Typische Beispiele aus der Praxis
Ist ein App Anbieter ein Auftragsverarbeiter
App Anbieter als Auftragsverarbeiter
Beispiel: Eine Organisation nutzt eine App, um Kundendaten zu erfassen und zu verwalten. Der App Anbieter verarbeitet diese Daten ausschließlich für die Organisation und nutzt sie nicht für eigene Zwecke. In diesem Fall liegt eine Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO vor.
App Anbieter als Verantwortlicher
Praxis Hinweis zur Rollenklärung
Dazu gehören insbesondere der Abschluss schriftlicher Vereinbarungen, die Umsetzung geeigneter Sicherheitsmaßnahmen, die Unterstützung bei der Wahrnehmung von Betroffenenrechten sowie die Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden.
Rolle technischer und organisatorischer Maßnahmen
Typische Maßnahmen sind Verschlüsselung und Pseudonymisierung, strikte Regelungen von Zugriffsrechten, regelmäßige Backups, Notfallpläne und Business Continuity Management sowie interne Prüfungen auf Datenschutzkonformität.
Wichtig: Der Verantwortliche bleibt verpflichtet, die Eignung dieser Maßnahmen zu prüfen und laufend zu kontrollieren.
Pflichten des Verantwortlichen
Dies umfasst die Prüfung vor Vertragsabschluss, die regelmäßige Durchführung von Kontrollen und Audits sowie die vollständige Dokumentation aller relevanten Vorgänge einschließlich Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten und Kontrollnachweisen.
Internationale Datenübermittlung
Was sind personenbezogene Daten
Dazu zählen auch Angaben zur physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität.
Die Verarbeitung von Arbeitnehmerdaten wird in § 26 BDSG konkretisiert und ist unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, etwa zur Begründung, Durchführung oder Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses oder zur Wahrnehmung von Mitbestimmungsrechten.
Verwendung von Gesundheitsdaten und Fazit
Fazit: Die Auftragsverarbeitung ist ein zentrales Element des Datenschutzes nach DSGVO. Sie ermöglicht den Einsatz externer Dienstleister, sofern ein wirksamer Auftragsverarbeitungsvertrag besteht und Datenschutz sowie Datensicherheit kontinuierlich überprüft werden. Eine sorgfältige Auswahl des Dienstleisters, klare vertragliche Regelungen und laufende Kontrollen sind unerlässlich für eine rechtskonforme Umsetzung.
Wann liegt eine Auftragsverarbeitung vor
Typische Beispiele aus der Praxis
Was sind im Sinne des Art. 28 DSGVO Auftragsverarbeiter
Typische Kategorien von Auftragsverarbeitern
Bezug zu Artikel 28 DSGVO
FAQ – Auftragsverarbeitung (AVV)
Die häufigsten Fragen und Antworten zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO – übersichtlich zusammengefasst.
1Was versteht man unter Auftragsverarbeitung?
Eine Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO liegt vor, wenn ein Verantwortlicher (z. B. ein Unternehmen) einen Dienstleister damit beauftragt, personenbezogene Daten ausschließlich nach seinen Vorgaben zu verarbeiten. Typische Beispiele sind Cloud-Dienste, Hosting-Anbieter oder externe Lohnabrechnungsstellen.
2Wann benötige ich einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)?
Immer dann, wenn externe Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag eines Verantwortlichen verarbeiten und keinen eigenen Zweck verfolgen. Sobald also ein Dienstleister direkten Zugriff auf personenbezogene Daten hat (z. B. Hosting, Newsletter-Versand, Lohnbuchhaltung), ist ein AV-Vertrag gesetzlich vorgeschrieben.
3Was muss ein AV-Vertrag beinhalten?
- Gegenstand und Dauer der Verarbeitung
- Art und Zweck der Verarbeitung
- Kategorien betroffener Personen und Daten
- Rechte und Pflichten des Verantwortlichen (z. B. Weisungsrecht)
- Pflichten des Auftragsverarbeiters (z. B. Vertraulichkeit, Unterstützung bei Betroffenenrechten)
- Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) zum Schutz der Daten
4Wer haftet bei Datenschutzverstößen?
Grundsätzlich bleibt der Verantwortliche dafür verantwortlich, dass die Datenverarbeitung DSGVO-konform ist. Der Auftragsverarbeiter trägt jedoch ebenfalls eine Mitverantwortung. Bei Verstößen können beide Parteien belangt werden.
5Welche Kriterien sollte ich bei der Auswahl eines Auftragsverarbeiters beachten?
- Vorhandenes Datenschutzkonzept und TOMs
- Zertifizierungen (z. B. ISO 27001) oder Gütesiegel
- Referenzen und Erfahrungen im Umgang mit sensiblen Daten
- Reaktionsfähigkeit bei Sicherheitsvorfällen
- Rechtlicher Rahmen (Sitz in der EU oder Standardvertragsklauseln bei Drittlandübermittlungen)
6Wie kontrolliere ich, ob mein Auftragsverarbeiter datenschutzkonform arbeitet?
Durch regelmäßige Audits oder Stichproben. Zudem sollten Nachweise wie Zertifikate oder Audit-Berichte eingefordert werden. Alle Kontrollen sind zu dokumentieren, um gegenüber Aufsichtsbehörden Nachweise zu haben.
7Muss ich mit jedem Dienstleister einen AV-Vertrag abschließen?
Nur, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden. Bei vielen Online-Services stellen Anbieter Standard-AV-Verträge bereit. Bei gemeinsamer Verantwortung (Joint Controllership) oder reinen Hilfsdiensten ohne Datenzugriff ist kein AV-Vertrag nötig.
8Was ist der Unterschied zwischen Auftragsverarbeitung und gemeinsamer Verantwortung?
Auftragsverarbeitung: Der Dienstleister verarbeitet Daten nur im Auftrag und nach Weisung des Verantwortlichen.
Gemeinsame Verantwortung: Mehrere Parteien entscheiden gemeinsam über Zwecke und Mittel der Verarbeitung und müssen die Zuständigkeiten vertraglich regeln.
9Brauche ich Standardvertragsklauseln (SCC) bei einer Auftragsverarbeitung im Ausland?
Ja, wenn der Auftragsverarbeiter außerhalb der EU/EWR sitzt und kein Angemessenheitsbeschluss vorliegt. In diesem Fall sind SCC oder gleichwertige Mechanismen (z. B. Binding Corporate Rules) notwendig, um ein angemessenes Datenschutzniveau sicherzustellen.
10Warum ist die Auftragsverarbeitung so wichtig?
Sie stellt sicher, dass externe Dienstleister DSGVO-konform mit Daten umgehen. Ein ordnungsgemäßer AV-Vertrag schützt Unternehmen vor Bußgeldern und Imageschäden, indem er Pflichten klar regelt und Verantwortlichkeiten transparent macht.
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Wann ein interner oder externer DSB vorgeschrieben ist und welche Aufgaben er übernimmt.
⚖️ Verarbeitung nach DSGVO
Grundsätze der DSGVO-konformen Datenverarbeitung für Unternehmen.
🗂️ Datenschutzmanagement
Strukturierter Aufbau und Pflege eines effektiven Datenschutz-Managementsystems.
🔎 Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA)
Wann eine DSFA Pflicht ist und wie Risiken systematisch bewertet werden.
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Definition, Beispiele und rechtliche Grundlagen zu personenbezogenen Daten.
