Fragen und Antworten zur IATF 16949

Fragen und Antworten zur IATF 16949
Fragen und Antworten zur IATF 16949

Fragen und Antworten

Fragen und Antworten zur IATF 16949. Hier finden sie eine Auflistung von Häufig gestellten Fragen zur IATF 16949. Die Aufstellung ist niemals komplett zu sehen, sondern es handelt sich bei der Auflistung von „Fragen und Antworten zur IATF 16949“ nur um einen kleinen Teil von Fragen, die ich in den letzten Monaten beantworten musste. Ich werde versuchen, die Liste fortlaufend zu aktualisieren. Auf der IATF Webseite finden Sie die Sanktionierten Interpretationen und die FAQs. Diese werden fortlaufend aktualisiert. Die Aktualisierungen sind Bestandteil ihres QM-Systems und sollten deshalb regelmäßig überprüft werden, damit es keine Überraschungen beim Zertifizierungsaudit gibt. Die nächste Aktualisierung der Fragen und Antworten zur IATF 16949 gibt es voraussichtlich in 2 Monaten.

Fragen IATF 16949

Die neue Revision der IATF 16949 kann in der gesamten Lieferkette der Automobilindustrie angewendet werden. Folgende Unternehmen können sich nach den neuen Standard zertifizieren lassen:

  • Serien- und Ersatzteilproduktion mit Automobilen Kundenauftrag
  • Wertschöpfende Prozesse in der Zulieferindustrie der Automobilindustrie, beispielsweise Oberflächenbehandlungen, Härter, Galvaniken
  • Aktueller Status der Kundenbeschwerden
  • Interne Audits und Auditplanung mit Ergebnissen, Maßnahmenplänen und einer Liste der qualifizierten Auditoren
  • Managementbewertung
  • Leistungstrends über 12 Monate
  • Liste der kundenspezifischen Forderungen mit Adressierung der zutreffenden Prozesse
  • Qualititätsmanagement Handbuch
  • Grundsätzliche Anforderungen gemäß der IATF 16949 – Dokumentierte Informationen + 23 ergänzenden Prozessdokumentationen
  • Sanktionierte Interpretationen SIs (www.iatfglobaloversight.org)
    # 1-15 (Deutsch Stand 13.01.2018)
  • FAQs – Häufig gestellte Fragen zur IATF 16949
    # 1-22 (Deutsch Stand 13.01.2019)
  • Die Teilnahme von Beratern am Zertifizierungsaudit IATF 16949 ist untersagt
  • Die Auditzeit in der Produktion muss ein Drittel der Gesamtauditzeit betragen
  • Änderungen im Unternehmen sind zeitnah der Zertifizierungsgesellschaft zu melden, ansonsten kann es zu einem Zertifikatsentzug kommen
  • Der Aufwand für die Erstellung der notwendigen Dokumentation, beispielsweise der 25 ergänzenden Prozessdokumentationen ist gestiegen.
  • Für die Berechnung der Auditdauer werden die durchschnittliche Anzahl von Zeitarbeitnehmern während der letzten 6 Monate für die Berechnung der Manntage vor Ort mit herangezogen

Aufgrund Lizenzvereinbarungen wurde die IATF 16949:2016 und die ISO 9001:2015 nicht zusammen in einem integrierten Dokument erstellt. Beide Dokumente müssen separat gekauft werden. Laut der IATF ist die Auditierung im „Zwei-Standard-Format“ nicht optimal aber dennoch effektiv.

Die Produktsicherheit 4.4.1.2 bezieht sich auf Merkmale am Produkt und im Produktionsprozess, die Auswirkungen auf die Sicherheit haben. Diese identifizerten Merkmale können möglicherweise keiner direkten behördlichen oder gesetzlichen Anforderung zugeordnet werden.

Verantwortlichkeiten sind innerhalb der Organisation zuzuweisen. Beispielsweise Leiter Qualität, Leiter Produktion. Die Verantwortung und Befugnisse wird nicht einer namentlich genannten Person zugewiesen, sondern der Funktion.

Die Hersteller von Prüf- und Messsystemen sind grundsätzlich qualifiziert Kalibrierungsanforderungen sicherzustellen. Es muss in diesem Fall jedoch die Genehmigung des Kunden eingeholt werden, bevor sie den Hersteller von Prüf- und Messsystemen zur Kalibrierung nutzen.

Die IATF 16949 fordert im Abschnitt 7.5.1.1, dass die Organisation kundenspezifsche Forderungen bewertet und diese im Anwendungsbereich des Qualitätsmanagementsystems einbezieht. Hier geht es darum, dass die kundenspezifischen Forderungen an die relevanten Prozesse adressiert werden, beispielsweise über eine Tabelle oder Matrix.

Beispiel: Als 2nd Tier müssen sie alle Kundenanforderungen von allen ihrer Kunden (Automobil) berücksichtigen. Nicht aber die Kundenanforderungen von OEMs, die nicht ein direkter Kunde der Organisation sind.

Im Abschnitt 8.7.1.7, fordert die IATF 16949, dass fehlerhafte Produkte vor der entgültigen Entsorgung unbrauchbar gemacht werden. Die Organisation ist dafür verantwortlich einen Prozess für die Entsorgung von fehlerhaften Produkten zu entwickeln, umzusetzen und zu verifizieren.

Dieses Vorgehen bezieht sich nur auf Produkte, welche den (PPF) Produktions- und Produktfreigabeprozess PPAP durchlaufen haben und an den Kunden versendet. Also nicht für Halbfertigteile.

Es ist zulässig mehrere Prozesse in einem dokumentierten Prozess zusammenzufassen. Nicht jeder dokumentierter Prozess muss als eigenständiger Prozess dokumentiert werden. Beispielsweise kann man den Prozess Nacharbeit, Reparatur in einem Prozess beschreiben.

Die IATF 16949 fordert bei der Auditplanung einen risikobasierten Ansatz. D.h., dass sie die zu auditierenden Lieferanten nicht mit dem „Gießkannenprinzip“ auswählen, sondern alle Lieferanten einer Risikoanalyse unterziehen müssen. Aufgrund des bestehenden Risikos wählen sie dann die Lieferanten aus, die auditiert werden müssen.

Im Prozessaudits müssen alle Schichten auditiert werden. Sie können im ersten Jahr die 1. und 2. Schicht auditieren und im 3. Jahr die dritte Schicht einschliesslich der Schichtübergabe. Wichtig ist, dass sie in einem 3-Jahreszyklus alle Schichten auditieren

nv-author-image

Stefan Stroessenreuther

Consulting Qualitätsmanagement ISO 9001 | IATF 16949 Unternehmensberatung Consultant Qualitätsmanagement