Schwerpunkte der ISO 9001

Schwerpunkte ISO 9001
Schwerpunkte ISO 9001

Schwerpunkte ISO 9001​

Weitere Schwerpunkte der ISO 9001 sind, dass das Qualitätsmanagementsystem als Führungsinstrument der Leitung angesehen wird. Die Verantwortung bleibt nicht nur bei der Leitung, deren Rolle ist stärker gefordert – Ziele, Strategien, Kundenfokussierung und Einbindung der Leitung. Delegation ist nach wie vor erlaubt und auch meistens notwendig – die operative Umsetzung oder Koordination kann durch ein Team Qualitätsmanagement und/oder durch einen QMB erfolgen. Es können auch mehrere Personen die Aufgaben wahrnehmen, insofern bieten sich hier Freiheitsgrade.

Risiko und Chancen​

Risiko wird in den neuen Normen als „Effekt aus Unsicherheit“ bezeichnet. Schwerpunkt der neuen Norm ist, dass die Risiken und Chancen eines Unternehmens durch die oberste Leitung wahrgenommen werden. Angesichts zunehmender Schnelligkeit von Veränderungen, kürzeren Innovationszyklen, vernetzten Lieferketten und einer immer komplexeren Wertschöpfung ist es folgerichtig, sich Unsicherheiten klar zu machen und die Organisation darauf vorzubereiten. Auf diese Weise sollen die gewünschten Ergebnisse sichergestellt werden, d.h. sie treten zuverlässig ein.

Es muss eine Bewertung der Risiken und Chancen vorliegen. Wie die aussieht bestimmt das Unternehmen. Diese Bewertung ist nicht statisch und wird sich ggf. ändern, wenn die getroffenen Maßnahmen nicht erfolgreich sind. Die Auditoren werden bei der Zertifizierung die Risikobewertung daran messen, wie erfolgreich die ergriffenen Maßnahmen waren. Sind die Ergebnisse positiv/gut, wurde etwas richtig gemacht. Sind die Ergebnisse nicht positiv, muss etwas „nachgebessert“ werden. Das ist von Fall zu Fall zu entscheiden.

Schwerpunkte ISO 9001
Schwerpunkte ISO 9001 Stakeholder Kontext

Interessierte Parteien​

Interessierte Parteien sind immer dann zu berücksichtigen, wenn sie Einfluss nehmen können auf das (Qualitäts-) Managementsystem, die zu erbringende Dienstleistung oder die Herstellung von Produkten. Es gibt keine Vorgaben. Die Unternehmen haben zu entscheiden, welche interessierte Parteien relevant sind und welche von ihren Forderungen/Erwartungen Einfluss auf das Managementsystem oder die Fähigkeit normkonforme Dienstleistungen/Produkte zu erbringen/herzustellen haben.

Auch Kapitalgeber werden zu berücksichtigen sein, auch wenn sie nicht explizit genannt werden. Dass sie (oder andere interessierte Parteien) nicht ausdrücklich erwähnt werden heißt nicht, dass sie nicht zu berücksichtigen sind. Sie „verstecken“ sich im Kapitel 4.2 der ISO 9001 :2015 hinter dem Sammelbegriff „any other relevant interested parties“. Das Minimum an interessierten Parteien sind: Kunden (einschl. Endkunden/Endverbrauchern), Lieferanten, Mitarbeiter, Eigentümer, Behörden.

Kontext der Organisation​

Der Kontext der Organisation Kapitel 4.0 bildet einer der Schwerpunkte der ISO 9001. Hier geht es darum, sich mit den internen und externen Themen des Unternehmens auseinanderzusetzen. Dazu gehören auch die interessierten Parteien (Stakeholder). Welche interne und externe Themen haben einen direkten Einfluss auf das Unternehmen? Welche Risiken lassen sich davon ableiten und welche Chancen ergeben sich darau

Schwerpunkte ISO 9001 PDCA
Schwerpunkte ISO 9001 PDCA Zyklus anwenden

PDCA Zyklus

Planen – Festlegen von Zielen des Systems und der Teilprozesse sowie Festlegen von Ressourcen, die zum Erzielen von Ergebnissen in Übereinstimmung mit dem Kundenanforderungen und der Q-Politik der Organisation notwendig sind.

Durchführen – Umsetzen der Pläne

Prüfen – Überwachen und Messen von Prozessen und den daraus resultierenden Produkten und Dienstleistungen anhand der Q-Politik, Ziele und Anforderungen sowie Berichterstattung über die Ergebnisse

Handeln – Ergreifen von Maßnahmen zur Verbesserung der Prozessleistung, soweit notwendig.

Schwerpunkte ISO 9001 Dokumentierte Information
Schwerpunkte ISO 9001 Dokumentierte Information – Was muss dokumentiert werden?

Dokumentierte Information​

Nach wie vor werden „dokumentierte Informationen“ zu bestimmten Punkten der Norm gefordert. Manche davon sind zu pflegen und aktuell zu halten, andere lediglich aufzubewahren. Insbesondere die Art und Weise der Erstellung und die Nutzung der möglichen Medien ist jetzt „freier“ geworden. Man kann sich von der Erarbeitung von Verfahrensbeschreibungen lösen und eine Form der „Beschreibung“ wählen, die zum Unternehmen passt. Die Lenkung etc. der „dokumentierten Informationen wird in der Revision 2015 geregelt.

Der Schwerpunkt der ISO 9001 bezüglich der dokumentierten Information ist, dass die Unternehmen freie Hand haben bei der Dokumentation. Dazu zählen z.B. auch Schulungsvideos, SharePoint-Formulare bzw. Datenbanken etc. Der Art und Weise von Prozessbeschreibungen sind keine Grenzen gesetzt. Es müssen aber echte Prozessbeschreibungen sein. Eine Aneinanderreihung von Verfahrensanweisungen, Arbeitsanweisungen, etc. ist nicht mehr zulässig und widerspricht den Prozess Ansatz.

Es gibt keine Forderung in der Revision 2015 ein QMH zu erstellen, zu führen und zu pflegen. Das ist den Unternehmen jetzt freigestellt. Bezüglich der wenigstens zu dokumentierenden Themen wird das „Dokumenten-Management“ deutlich schlanker. „Weg vom Papier“. Der Weg ist frei für elektronische Dokumente (Vorgaben, IT- gesteuerte Prozesse, elektronische Daten. Aus Informations-und Motivationsgründen kann es sinnvoll sein ein QMH für interne wie externe Leser zu erstellen.

Verbesserung

Aus den Ergebnissen der Risikobewertung ergeben sich Chancen zur Verbesserung um Produkte und Dienstleistungen zu verbessern sowie die Produkte im einzelnen. Bei Nichtkonformitäten müssen neben einer angemessenen Korrektur auch gezielte Maßnahmen eingeleitet werden die gezielt auf Basis einer Ursachenforschung (Maßnahmen gegen Ursache) beruhen.

Erhöhung der Kundenzufriedenheit durch fortlaufende Verbesserung des Qualitätsmanagement Systems. Ergebnisse, Analysen, Messung, sowie Beurteilung des QMS und Ergebnisse aus der Management Bewertung sind zu berücksichtigen. Ziele für den Verbesserungsprozess können sein:

Schwerpunkte
Schwerpunkte

Schwerpunkte​

Auf welche Schwerpunkte müssen sie besonders achten:

  • Darstellung der interessierten Parteien mit Einfluss auf das Qualitätsmanagement
  • Darstellung der internen und externen Themen zum Kontext der Organisation – welchen Einfluss auf diese auf das Qualitätsmanagement System im Unternehmen
  • Die Risken und Chancen – ziehen sich durch die gesamte ISO Norm 9001
  • Dokumentation der relevanten Dokumentation – Darstellung in Papier, webbasiert, Intranet und sonstiges
  • Prozessdarstellung – Bindeschnittstellen zwischen den einzelnen Prozessen
  • Rollen, Befugnisse und Verantwortlichkeiten – am besten sie beschreiben diese in den Turtles bzw. Prozesssteckbriefen
  • Verbesserungen – weiterentwicklung des QM-Systems

Zielerreichung​

  • Grad der Zielerreichung
  • Anzahl von umgesetzten Verbesserungen
  • Benchmarking
  • Einsparung aus Verbesserungen
  • Reaktions- und Umsetzungszeit
  • Kosten / Nutzen Realation
nv-author-image

Stefan Stroessenreuther

Consulting Qualitätsmanagement ISO 9001 | IATF 16949 Personenzertifizierter IATF 16949 und VDA 6.3 Auditor