Besondere Merkmale

Besondere Merkmale
Besondere Merkmale

Besondere Merkmale sind Merkmale, die erhöhter Sorgfalt bedürfen und nicht über andere Prozesse geregelt sind. Dies schließt nicht aus, dass in diesen anderen Prozessen auch Wichtige Merkmale erkannt werden können. Unter „andere Prozesse, die geregelt sind“ werden Prozesse verstanden, die, ähnlich wie der BM-Prozess, Merkmale klassifizieren und ggf. über die generell gebotene Sorgfalt hinausgehende Anforderungen definieren. Siehe auch Besondere Merkmale (BM) 1. Auflage 2011.

Bei der Festlegung der Prüfungen sind besondere Anforderungen mit hohem RPZ (Risikoprioritätszahl) aus FMEA (Design- und Prozess FMEA) und wichtige Merkmale sowie vom Kunden vorgegebene SC (Signifikante) bzw. CC (kritische) Merkmale zu berücksichtigen. Das Kernteam sollte alle besonderen Merkmale identifizieren, die aus den wichtigen Produktmerkmalen verschiedener Quellen, bspw. Kundenvorgaben, Sicherheitsvorschrift etc. hergeleitet werden.

Besondere Merkmale
Besondere Merkmale

Besondere Merkmale sind: Produktmerkmale oder Produktionsprozessparameter, die Auswirkungen auf die Sicherheit oder Einhaltung behördlicher Vorschriften, die Passform, die Funktion, die Leistung oder die weitere Verarbeitung des Produktes haben können.

Die Organisation muss

  • Alle Merkmale in den Produktionslenkungsplan einbeziehen,
  • Den vom Kunden festgelegten Definitionen und Symbolen entsprechen,
  • Dokumente zur Lenkung des Produktionsprozesses einschließlich Zeichnungen, FMEA, Bedienungsanleitungen sind mit dem entsprechenden Symbol zu kennzeichnen

Besondere Merkmale

Die Rechtfertigung des möglichen Aufwandes durch die erhöhte Sorgfalt ergibt sich aus den möglichen Konsequenzen beim Versagen der Funktion.

  • Definition von CC-Merkmalen
  • Ermittlung und Klassifizierung der Forderungen
  • Dokumentation und Archivierung
  • Anforderung an die Archivierung
  • Pflichten als Entlastungsbeweis
  • Rückverfolgbarkeit
  • Nachweis gegenüber den Kunden
  • Prozesslenkung bzgl. Fertigung, Prüfung, Wartung, Handling, Lagerung, Verpackung, Konservierung, Versand, Transportsicherung und Transport

BM S (Sicherheitsanforderungen

BM S: Sicherheitsanforderungen / Produktsicherheit / Sicherheitsrelevante Folgen, deren Fehlerhaftigkeit oder Ausfall eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben zur Folge haben kann. Zusätzlich müssen derartige Kausalverläufe vorhersehbar sein und dürfen nicht außerhalb aller Wahrscheinlichkeit liegen. Vermeidung von:

  • Ausfall Bremsen
  • Ausfall Lenkung
  • Ausfall Fahrfunktion
  • Unkontrollierten Antrieb

BM F (Forderungen und Funktion)

  • Wesentliche funktionelle Forderungen (Form, Fit, Toleranzen)
  • Fertigungstechnische Forderung (schwer herstellbar, usw.)
  • Hoher wirtschaftlicher Schaden beim Kunden oder beim Lieferanten

Anmerkung:
Bei den kritischen Merkmalen gemäß VDA Band 1, „Dokumentation und Archivierung“ handelt es sich um eine Teilmenge aus der Definition des Begriffs „Besondere Merkmale“. Dies sind BM S und BM Z.

BM Z (Zulassungsrelevante Merkmale)

BM Z: Zulassungsrelevante gesetzliche und behördliche Vorgaben zur Zeit des Inverkehrbringens des Produktes.

  • Zulassungsrelevant (z.B. Außenspiegel, Scheinwerfer)
  • Homologation (z.B. Abgas, Fahrzeugemissionen, KBA)
  • Gesetzesrelevant (Recycling, Gewährleistung)
nv-author-image

Stefan Stroessenreuther

Consulting Qualitätsmanagement ISO 9001 | IATF 16949 Personenzertifizierter IATF 16949 und VDA 6.3 Auditor | Dozent IMB IntegrationsModell Bayreuth