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EU-Verordnung Kunststoffgranulat

EU-Verordnung zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten

EU-Verordnung zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten

EU-Verordnung zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten in der Kunststoffindustrie

Die EU-Verordnung (EU) 2025/2365 verpflichtet Unternehmen entlang der Kunststofflieferkette dazu, geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten umzusetzen. Ziel der Regulierung ist es, die Freisetzung von Kunststoffpellets in die Umwelt zu verhindern und damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Mikroplastik zu leisten.

Besonders Unternehmen, die Kunststoffgranulat herstellen, transportieren oder verarbeiten, müssen ihre Prozesse künftig so gestalten, dass Granulatverluste systematisch vermieden werden. Dazu gehören technische Schutzmaßnahmen, organisatorische Verfahren sowie dokumentierte Kontrollprozesse. Die Anforderungen können strukturiert in bestehende Managementsysteme integriert und im Rahmen interner Audits überprüft werden.

EU-Verordnung (EU) 2025/2365 zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten

Mit der EU-Verordnung (EU) 2025/2365 hat die Europäische Union erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen geschaffen, um die Freisetzung von Kunststoffgranulat in die Umwelt systematisch zu verhindern. Kunststoffgranulat, häufig auch als Pellets oder Nurdles bezeichnet, stellt den Rohstoff für nahezu alle Kunststoffprodukte dar. Bereits geringe Verluste entlang der Produktions- und Transportkette können langfristige Umweltschäden verursachen, da diese Partikel als Mikroplastik über Gewässer, Böden und Nahrungsketten verbreitet werden.

Die Verordnung verpflichtet Unternehmen entlang der gesamten Kunststoffwertschöpfungskette dazu, organisatorische, technische und dokumentierte Maßnahmen einzuführen, um Pelletverluste zu vermeiden. Der regulatorische Ansatz orientiert sich dabei an etablierten industriellen Präventionskonzepten und integriert Anforderungen an Managementsysteme, Risikobewertungen und betriebliche Kontrollen.

Regulatorischer Hintergrund und Zielsetzung

Die Verordnung ist Bestandteil der europäischen Strategie zur Reduzierung von Mikroplastikemissionen. Untersuchungen zeigen, dass ein erheblicher Anteil der Mikroplastikbelastung auf verlorene Kunststoffpellets aus industriellen Prozessen zurückzuführen ist. Während diese Verluste bislang häufig auf betriebliche Nachlässigkeiten oder unzureichende technische Sicherungsmaßnahmen zurückzuführen waren, schafft die neue Regulierung erstmals einen verbindlichen Standard für Prävention und Kontrolle.

Ziel der Verordnung ist es, ein einheitliches europäisches Präventionssystem zu etablieren, das sowohl technische Schutzmaßnahmen als auch organisatorische Kontrollen umfasst. Unternehmen müssen künftig nachweisen können, dass sie angemessene Verfahren implementiert haben, um Pelletverluste systematisch zu verhindern und etwaige Vorfälle nachvollziehbar zu dokumentieren.

Betroffene Unternehmen und Anwendungsbereich

Die Anforderungen gelten für alle Organisationen, die Kunststoffgranulat herstellen, transportieren, lagern oder verarbeiten. Damit umfasst der Anwendungsbereich nahezu die gesamte industrielle Kunststofflieferkette. Betroffen sind insbesondere Kunststoffhersteller, Recyclingunternehmen, Kunststoffverarbeiter, Logistikunternehmen sowie Betreiber von Umschlags- und Lageranlagen.

Unternehmen müssen im Rahmen ihrer betrieblichen Organisation sicherstellen, dass Pelletverluste sowohl innerhalb der Produktionsanlagen als auch bei Umschlag-, Transport- und Lagerprozessen vermieden werden. Dies umfasst insbesondere Materialförderung, Silosysteme, Big-Bag-Handhabung, Reinigungsprozesse und Abwassersysteme.

Schwellenwert von 1500 Tonnen Kunststoffgranulat pro Jahr

Eine zentrale regulatorische Anforderung ist der definierte Schwellenwert von 1500 Tonnen Kunststoffgranulat pro Jahr. Unternehmen, die diese Menge überschreiten oder regelmäßig handhaben, müssen ein formales Präventionssystem implementieren und durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle überprüfen lassen.

Organisationen unterhalb dieser Schwelle unterliegen ebenfalls den Anforderungen der Verordnung, können jedoch vereinfachte Nachweisverfahren nutzen. Dazu gehören interne Dokumentationen, Eigenerklärungen oder reduzierte Prüfverfahren. Ziel dieser Differenzierung ist es, kleinere Unternehmen zu entlasten, ohne die grundsätzliche Verpflichtung zur Pelletverlustprävention aufzuheben.

Technische und organisatorische Präventionsmaßnahmen

Die Verordnung fordert ein strukturiertes System aus technischen Sicherungsmaßnahmen, organisatorischen Verfahren und dokumentierten Kontrollen. Unternehmen müssen geeignete Technologien einsetzen, um Pelletverluste bereits an der Quelle zu verhindern. Dazu gehören beispielsweise geschlossene Materialtransportsysteme, Auffangsysteme an Produktionsanlagen sowie Filtersysteme an Entwässerungs- und Abflussstellen.

Neben technischen Maßnahmen sind betriebliche Arbeitsanweisungen, Schulungen und regelmäßige Reinigungsprozesse verpflichtend umzusetzen. Mitarbeitende müssen über Risiken und Präventionsmaßnahmen informiert sein. Darüber hinaus sind Vorfälle systematisch zu dokumentieren und im Rahmen kontinuierlicher Verbesserungsprozesse auszuwerten.

Integration in Managementsysteme

Die Anforderungen der Verordnung lassen sich strukturiert in bestehende Managementsysteme integrieren. Besonders relevant ist die Verbindung zu Umweltmanagementsystemen nach ISO 14001 sowie zu prozessorientierten Managementansätzen gemäß ISO 9001. Unternehmen müssen sicherstellen, dass die regulatorischen Anforderungen in ihren Rechtskatastern, Risikoanalysen und Auditprogrammen berücksichtigt werden.

Im Rahmen interner Audits sollte insbesondere überprüft werden, ob Pelletverluste als Umweltaspekt bewertet wurden, ob technische Schutzmaßnahmen wirksam implementiert sind und ob organisatorische Verfahren zur Prävention und Dokumentation vollständig etabliert wurden. Ebenso ist sicherzustellen, dass das Thema in der Managementbewertung regelmäßig betrachtet wird.

Zeitplan und Umsetzung

Die Verordnung ist im Dezember 2025 in Kraft getreten. Für Unternehmen gelten jedoch Übergangsfristen, um die notwendigen organisatorischen und technischen Maßnahmen umzusetzen. Die vollständige Anwendung der regulatorischen Anforderungen erfolgt schrittweise innerhalb der kommenden Jahre.

Organisationen sollten frühzeitig prüfen, ob sie von der 1500-Tonnen-Schwelle betroffen sind und welche Anpassungen ihrer Prozesse erforderlich sind. Eine frühzeitige Integration der Anforderungen in bestehende Managementsysteme erleichtert nicht nur die regulatorische Compliance, sondern verbessert auch die Nachvollziehbarkeit, Auditfähigkeit und Umweltleistung der Organisation.

Beratung zur EU-Verordnung Kunststoffgranulat und OCS-Zertifizierung

Die Umsetzung der EU-Verordnung (EU) 2025/2365 zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten stellt viele Unternehmen vor neue organisatorische und technische Anforderungen. Insbesondere die Bewertung der 1500-Tonnen-Schwelle, die Einführung geeigneter Präventionsmaßnahmen sowie die Vorbereitung auf eine mögliche OCS-Zertifizierung erfordern eine strukturierte Analyse der bestehenden Prozesse und Managementsysteme.

SMCT MANAGEMENT concept unterstützt Unternehmen bei der praxisnahen Implementierung der regulatorischen Anforderungen. Ziel ist es, die gesetzlichen Vorgaben nachvollziehbar in bestehende Managementsysteme zu integrieren und gleichzeitig einen effizienten und auditfähigen Betriebsablauf sicherzustellen.

Leistungsumfang der Beratung

Die Beratung umfasst eine strukturierte Analyse der Unternehmensprozesse sowie die Entwicklung eines nachvollziehbaren Systems zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten. Dazu gehören insbesondere die Bewertung der Materialströme, die Identifikation potenzieller Verlustquellen sowie die Definition geeigneter technischer und organisatorischer Präventionsmaßnahmen.

Darüber hinaus unterstützt SMCT MANAGEMENT concept Unternehmen bei der Integration der Anforderungen in bestehende Managementsysteme, beispielsweise in Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 oder Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001. Hierzu zählen unter anderem die Erstellung von Richtlinien, Arbeitsanweisungen, Risikoanalysen sowie die Vorbereitung interner Audits und Managementbewertungen.

Kontakt für eine unverbindliche Erstberatung

Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihr Unternehmen von den Anforderungen der EU-Verordnung betroffen ist oder Unterstützung bei der Implementierung eines Pellet-Loss-Prevention-Systems benötigen, stehen wir Ihnen gerne für eine fachliche Erstberatung zur Verfügung. Gemeinsam analysieren wir Ihre Ausgangssituation und entwickeln eine geeignete Vorgehensweise zur sicheren und auditfähigen Umsetzung der regulatorischen Anforderungen.

OCS-Zertifizierung zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten

Die OCS-Zertifizierung (Operation Clean Sweep) ist ein international etabliertes Präventionsprogramm zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten entlang der gesamten Kunststofflieferkette. Das Programm verfolgt das Ziel eines Zero Pellet Loss, also eines vollständig kontrollierten Umgangs mit Kunststoffpellets innerhalb von Produktions-, Lager- und Transportprozessen.

Im Kontext der europäischen Regulierung, insbesondere der EU-Verordnung (EU) 2025/2365, gewinnt das OCS-Programm zunehmend an Bedeutung. Auch wenn die Verordnung keine zwingende Verpflichtung zur Teilnahme am Programm vorsieht, bietet die Zertifizierung einen anerkannten strukturellen Rahmen zur Umsetzung der regulatorischen Anforderungen.

Inhaltliche Anforderungen der OCS-Zertifizierung

Die Zertifizierung basiert auf einem systematischen Ansatz zur Prävention, Kontrolle und Dokumentation von Pelletverlusten. Unternehmen müssen nachweisen, dass geeignete technische und organisatorische Maßnahmen implementiert wurden, um Granulatverluste zu vermeiden und betriebliche Risiken zu minimieren.

Zu den zentralen Anforderungen gehören geschlossene Materialtransportsysteme, kontrollierte Umfüllprozesse, Auffangsysteme für Produktionsanlagen sowie strukturierte Reinigungs- und Wartungsprozesse. Darüber hinaus müssen Mitarbeitende regelmäßig geschult werden, um sicherzustellen, dass die Verfahren im täglichen Betrieb konsequent umgesetzt werden.

Integration in betriebliche Managementsysteme

Die Anforderungen der OCS-Zertifizierung lassen sich strukturiert in bestehende Managementsysteme integrieren. Insbesondere Unternehmen mit Umweltmanagementsystemen gemäß ISO 14001 oder Qualitätsmanagementsystemen nach ISO 9001 können die OCS-Anforderungen direkt in ihre bestehenden Prozesse integrieren.

Relevante Elemente sind insbesondere Risikobewertungen, Arbeitsanweisungen, technische Kontrollmaßnahmen, interne Audits sowie Managementbewertungen. Durch diese Integration entsteht ein nachvollziehbares System zur Kontrolle von Kunststoffgranulatflüssen, das sowohl regulatorische Anforderungen als auch Umweltziele unterstützt.

Auditfähigkeit und betrieblicher Nutzen

Die OCS-Zertifizierung bietet Unternehmen eine strukturierte Grundlage für die Auditierung von Pelletverlustpräventionsmaßnahmen. Auditoren können anhand dokumentierter Verfahren, technischer Einrichtungen und Schulungsnachweise nachvollziehen, ob die Anforderungen wirksam umgesetzt werden.

Neben der regulatorischen Compliance trägt die Implementierung des Programms zur Verbesserung der betrieblichen Prozesskontrolle, zur Reduzierung von Materialverlusten und zur Stärkung der Umweltverantwortung bei. Unternehmen demonstrieren damit gegenüber Kunden, Behörden und Zertifizierungsstellen eine nachvollziehbare und systematische Vorgehensweise im Umgang mit Kunststoffgranulat.

FAQ zur EU-Verordnung Kunststoffgranulat

1

Was regelt die EU-Verordnung zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten

Die EU-Verordnung EU 2025 2365 verpflichtet Unternehmen entlang der Kunststofflieferkette Maßnahmen zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten umzusetzen. Ziel ist die Reduzierung von Kunststoffpellets in der Umwelt und damit eine Verringerung der Belastung durch Mikroplastik.

2

Welche Unternehmen sind von der Verordnung betroffen

Betroffen sind Unternehmen, die Kunststoffgranulat herstellen, transportieren, lagern oder verarbeiten. Dazu zählen Kunststoffhersteller, Recyclingunternehmen, Logistikunternehmen sowie Betriebe der Kunststoffverarbeitung wie Spritzguss oder Extrusion.

3

Was bedeutet die Schwelle von 1500 Tonnen Kunststoffgranulat pro Jahr

Unternehmen, die mehr als 1500 Tonnen Kunststoffgranulat pro Jahr handhaben, müssen ein strukturiertes System zur Vermeidung von Pelletverlusten implementieren und durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle überprüfen lassen.

4

Welche Maßnahmen fordert die EU-Verordnung zur Vermeidung von Granulatverlusten

Unternehmen müssen technische und organisatorische Maßnahmen umsetzen. Dazu gehören geschlossene Fördersysteme, Auffangsysteme für Granulat, regelmäßige Reinigungsprozesse, Mitarbeiterschulungen sowie eine nachvollziehbare Dokumentation von Vorfällen.

5

Welche Rolle spielt Operation Clean Sweep bei der Umsetzung der Verordnung

Das Branchenprogramm Operation Clean Sweep bietet einen strukturierten Ansatz zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten. Viele Unternehmen nutzen dieses Programm als Grundlage, um die Anforderungen der EU-Verordnung systematisch umzusetzen.

Weiterführende Informationen zu Umweltmanagement und ISO 14001

Die Anforderungen der EU-Verordnung zur Vermeidung von Kunststoffgranulatverlusten stehen in engem Zusammenhang mit einem strukturierten Umweltmanagementsystem. Unternehmen können regulatorische Anforderungen effizient umsetzen, wenn diese systematisch in bestehende Managementsysteme integriert werden. Besonders relevant ist hierbei die Norm ISO 14001, die Organisationen bei der Bewertung von Umweltaspekten, der Steuerung von Risiken und der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung unterstützt.

ISO 14001 Umweltmanagement

Die internationale Norm ISO 14001 unterstützt Unternehmen bei der Einführung eines strukturierten Umweltmanagementsystems. Ziel ist die systematische Steuerung von Umweltaspekten, Risiken und gesetzlichen Anforderungen.

Mehr zur ISO 14001

Umweltmanagement im Unternehmen

Ein wirksames Umweltmanagement ermöglicht Unternehmen, Umweltaspekte systematisch zu bewerten und gesetzliche Anforderungen effizient umzusetzen. Dies schafft Transparenz und verbessert die Nachhaltigkeitsleistung.

Mehr zum Umweltmanagement

ISO 14001 Beratung

SMCT MANAGEMENT unterstützt Unternehmen bei der Einführung und Weiterentwicklung von Umweltmanagementsystemen nach ISO 14001. Dazu gehören Risikoanalysen, Umweltaspektbewertungen sowie die Vorbereitung auf Zertifizierungsaudits.

Zur ISO 14001 Beratung
Stefan Stroessenreuther

Stefan Stroessenreuther

Consulting Qualitätsmanagement ISO 9001 | Personenzertifizierter IATF 16949 und VDA 6.3 Auditor | Information Security Officer ISO/IEC 27001 | Dozent IMB Integrations Modell Bayreuth | Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Qualität | Lead Auditor ISO 14001 | Lead Auditor ISO 45001 | Lead Auditor ISO 9001

Berechnung der durchschnittlichen Zertifizierungskosten ISO 9001

Qualitätsmanagement Beratung ISO 9001 - kompetent und flexibel