Stolpersteine Zertifizierungsaudit

Stolpersteine Zertifizierungsaudit ToDo
Stolpersteine Zertifizierungsaudit ToDo

Stolpersteine beim Zertifizierungsaudit sind in vielen Audits vergleichbar und werden immer wieder gesucht und gefunden. Hier finden Sie eine Auflistung der häufigsten Stolpersteine beim Audit. Diese Abweichungen könnten vermieden werden und führen unnötigerweise zu einem Nachaudit durch die Zertifizierungsstelle.

Stolpersteine Audit

Eine der am häufigsten aufgetretenen Abweichungen war, dass die Identifizierung von möglichen Unterstützungsfunktionen (Unternehmenszentrale, Entwicklung, IT Abteilung, Beschaffung) nur sehr lückenhaft oder falsch durchgeführt und dokumentiert wurde. Dieses Thema wurde von den Verantwortlichen Stellen nicht sauber in der Organisation abgebildet.

In meinen vielen Audits bemerke ich immer wieder, dass die ausgegliederten Prozesse, beispielsweise die Entwicklung oder die Beschaffung nicht als solche in der Prozesslandschaft dargestellt werden. Die entsprechenden Schnittstellen finden sich nur vage in den Prozessdokumentationen wieder. Das ist für einen Auditor natürlich eine „leichte Beute“ und wird meistens mit einer Hauptabweichung im Audit bestraft.

Im Zertifizierungsaudit muss nachgewiesen werden, das die oberste Leitung sich verantwortlich für das QM System zeichnet. Die Wahrnehmung im Audit ist oftmals eine andere. Nach wie vor haben die Geschäftsführer nicht erkannt, dass Sie die volle Verantwortung und somit auch Aufgaben im QM System übernehmen müssen. Ein lapidarer 3-Zeiler in der Managementbewertung ist nicht ausreichend. Die Aufgaben der obersten Leitung müssen an anderer Stelle dokumentiert werden.

Weitere Stolpersteine beim Zertifizierungsaudit sind:

  • Die Ableitung von neuen Erkenntnissen aus den Risiko Analysen werden oftmals durch unterschiedliche Führungskräfte durchgeführt. Eine gemeinsame Bewertung der Erkenntnisse erfolgt nur sporadisch
  • Die Wirksamkeitsbewertung von Schulungen existiert nur als formaler Akt mit Datum und Unterschrift. Ein Nachweis der Wirksamkeit kann oftmals nicht sinnvoll erbracht werden
  • Die Bewertung der Kundenzufriedenheit wird bestimmt durch die Daten der Kunden. Eigene KPIs zur Messung der Kundenzufriedenheit liegen oftmals nicht vor
  • In der Managementbewertung muss die Wirksamkeit des QM Systems durch die oberste Leitung bewertet werden. Die Wirksamkeit wird sehr oft als angemessen betrachtet, obwohl die restlichen Kennzahlen etwas anderes aussagen
  • Im Auditprogramm werden oftmals nur das Datum der Planung festgelegt. Auditziele, Auditkriterien, Methoden, Umfänge etc. gemäß den Anforderungen der ISO 19011 werden nicht angewendet
  • Beim Reklamationen werden oftmals keine ausreichenden Sofortmaßnahmen ergriffen, um beispielsweise kritische Zustände abzusichern. Man belässt es bei einer Fehlerkorrektur und leitet keine systematischen Maßnahmen ein
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Stefan Stroessenreuther

Consulting Qualitätsmanagement ISO 9001 | IATF 16949 Personenzertifizierter IATF 16949 und VDA 6.3 Auditor | Dozent IMB IntegrationsModell Bayreuth

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