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Auditplanung Zertifizierungsaudit ISO 9001 und ISO 14001

Auditplan Zertifizierung ISO 9001 und ISO 14001

Auditplanung und Zertifizierungsaudit: Gute Vorbereitung entscheidet über den Erfolg

Ein Zertifizierungsaudit ist für viele Unternehmen ein wichtiger Meilenstein. Es zeigt, ob ein Managementsystem nicht nur dokumentiert, sondern auch wirksam eingeführt, verstanden und im betrieblichen Alltag angewendet wird. Dabei geht es nicht allein darum, Dokumente vorzulegen. Entscheidend ist, dass Prozesse nachvollziehbar gesteuert, Verantwortlichkeiten klar geregelt und Nachweise zur Wirksamkeit des Systems erbracht werden können.

Eine strukturierte Auditplanung schafft dafür die notwendige Grundlage. Sie legt fest, wann welche Prozesse auditiert werden, welche Personen teilnehmen, welche Normanforderungen betrachtet werden und welche Nachweise bereitzuhalten sind. Je besser diese Vorbereitung erfolgt, desto ruhiger, gezielter und erfolgreicher verläuft das eigentliche Zertifizierungsaudit.

Zertifizierungsaudit ISO 9001

Auditplan 1. Tag

Auditdatum: 25.11.2024
Auditor: [Name Auditor/in]
Unternehmen / Kunde: [Kundenname]
Auditart: Internes Audit Qualitäts- und Umweltmanagement

08:00 – 08:15 | Eröffnungsbesprechung

Teilnehmer:
Auditor/in: [Name Auditor/in]
Unternehmen: [Kundenname]

Themen:

  • Vorstellung der Teilnehmer
  • Bestätigung des Geltungsbereichs
  • Bestätigung des Auditplans
  • Vertraulichkeitsregelung

08:15 – 09:30 | Prozess Unternehmensentwicklung

Teilnehmer:
Auditor/in: [Name Auditor/in]
Unternehmen: [Kundenname]

Normabschnitte:
4.1, 4.2, 4.3, 4.4, 5.1, 5.2, 5.3, 6.1, 6.2, 7.4, 9.1, 9.2, 9.3


Auditinhalte und Nachweise:

  • Verstehen der Organisation und ihres Kontextes
  • Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien
  • Übersicht der interessierten Parteien und deren Anforderungen
  • Festlegen des Anwendungsbereichs des Managementsystems
  • Qualitäts- und Umweltmanagementhandbuch
  • Führung und Verpflichtung
  • Qualitäts- und Umweltpolitik
  • Rollen, Verantwortlichkeiten und Befugnisse
  • Organigramm
  • Beauftragung UMB
  • Beauftragtenschreiben weiterer Beauftragter, zum Beispiel Fachkraft für Arbeitssicherheit
  • Nachweise zu Gabelstapler und LKW
  • Stellenbeschreibungen
  • Vertretungsmatrix, sofern vorhanden
  • Verantwortungsmatrix, sofern vorhanden
  • Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen
  • Umweltaspekte
  • Qualitäts- und Umweltziele sowie aktuelle Zielerreichung
  • Interne und externe Kommunikation
  • Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung
  • Internes Audit
  • Managementbewertung

09:30 – 10:00 | Qualitäts- und Umweltmanagement

Teilnehmer:
Auditor/in: [Name Auditor/in]
Unternehmen: [Kundenname]

Normabschnitte:
7.5, 6.1


Auditinhalte und Nachweise:

  • Dokumentierte Informationen
  • Erstellen und Aktualisieren dokumentierter Informationen
  • Lenkung dokumentierter Informationen
  • Bindende Verpflichtungen
  • Bewertung der Einhaltung bindender Verpflichtungen
  • Rechtskataster / Übersicht der Gesetze
  • Begehungsberichte Arbeitssicherheit
  • Anweisung zum Umgang mit Dokumenten und Aufzeichnungen

10:00 – 11:00 | Personalmanagement

Teilnehmer:
Auditor/in: [Name Auditor/in]
Unternehmen: [Kundenname]

Normabschnitte:
7.1, 7.2, 7.3


Auditinhalte und Nachweise:

  • Ressourcen
  • Kompetenz
  • Bewusstsein
  • Schulungsplan
  • Qualifikationsmatrix
  • Wiederkehrende Schulungen, zum Beispiel Führerscheine, Ersthelfer, ASI
  • Nachweise durchgeführter Schulungen im Qualitäts- und Umweltmanagement
  • Einarbeitungsplan, sofern vorhanden

11:00 – 12:00 | Betriebsmittel, Infrastruktur, Betriebsstoffe, Auftragsannahme und Abwicklung

Teilnehmer:
Auditor/in: [Name Auditor/in]
Unternehmen: [Kundenname]

Normabschnitte:
8.2, 8.4


Auditinhalte und Nachweise:

  • Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen
  • Steuerung extern bereitgestellter Produkte und Dienstleistungen
  • Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr
  • Risikobewertung
  • Notfallplan
  • Praktische Übung von Gefährdungen
  • Wartung von Maschinen, Anlagen und Werkzeugen
  • Wartungsplan
  • Nachweise von UVV-Prüfungen
  • Liste der wiederkehrenden Prüfpflichten
  • Prüfnachweise Kälteanlage
  • Mess- und Prüfmittel
12:00 – 12:30 | Kurze Mittagspause

12:30 – 13:30 | Auftragsannahme und Abwicklung

Teilnehmer:
Auditor/in: [Name Auditor/in]
Unternehmen: [Kundenname]

Normabschnitte:
8.2, 8.4, 8.5


Auditinhalte und Nachweise:

  • Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen
  • Steuerung extern bereitgestellter Produkte und Dienstleistungen
  • Kundenspezifische Anforderungen, zum Beispiel QSV
  • Freigabe von Lieferanten
  • Bewertung von Lieferanten
  • Bestellvorgang
  • Interner Auftrag
  • Verpackungsanweisung

13:30 – 14:00 | Beschwerde- und Korrekturmanagement

Teilnehmer:
Auditor/in: [Name Auditor/in]
Unternehmen: [Kundenname]

Normabschnitte:
10, 10.1, 10.2, 10.3


Auditinhalte und Nachweise:

  • Verbesserung
  • Nichtkonformität und Korrekturmaßnahmen
  • Fortlaufende Verbesserung
  • Reklamationsbearbeitung
  • 8D Report
  • Korrekturmaßnahmen
  • Bewertung der Wirksamkeit umgesetzter Maßnahmen

14:00 – 15:45 | Zusammenfassung der Ergebnisse und Abschlussbesprechung

Teilnehmer:
Auditor/in: [Name Auditor/in]
Unternehmen: [Kundenname]

Auditinhalte:

  • Zusammenfassung der Ergebnisse
  • Bewertung der auditierten Prozesse
  • Darstellung festgestellter Abweichungen, Hinweise und Verbesserungspotenziale
  • Klärung offener Punkte
  • Abstimmung des weiteren Vorgehens
  • Abschluss des Audits

Wichtige Punkte für die Auditvorbereitung

  • Geltungsbereich des Managementsystems eindeutig festlegen
  • Auditplan mit Prozessen, Zeiten und Teilnehmern abstimmen
  • Managementbewertung und interne Audits vollständig dokumentieren
  • Risiken, Chancen, Umweltaspekte oder Informationssicherheitsrisiken aktuell bewerten
  • Ziele und Zielerreichung nachvollziehbar darstellen
  • Schulungsnachweise und Kompetenznachweise bereithalten
  • Rechtskataster und bindende Verpflichtungen prüfen
  • Reklamationen, Abweichungen und Korrekturmaßnahmen bewerten
  • Nachweise zur Wirksamkeit von Maßnahmen bereitstellen
  • Verantwortlichkeiten und Rollen im Unternehmen klären

Interviews im Zertifizierungsaudit

Ein Zertifizierungsaudit besteht nicht nur aus der Prüfung von Dokumenten. Ein wesentlicher Bestandteil sind Interviews mit der Geschäftsführung, Prozessverantwortlichen, Mitarbeitenden und gegebenenfalls weiteren Beauftragten. Dabei bewertet der Auditor, ob das Managementsystem verstanden, angewendet und im Tagesgeschäft wirksam umgesetzt wird.

Typische Interviewfragen im Audit

  • Wie ist der Geltungsbereich des Managementsystems festgelegt?
  • Welche Risiken und Chancen wurden für den Prozess identifiziert?
  • Welche Ziele gelten für den Bereich und wie wird die Zielerreichung überwacht?
  • Wie werden gesetzliche und kundenspezifische Anforderungen berücksichtigt?
  • Welche Nachweise zeigen, dass Maßnahmen wirksam umgesetzt wurden?
  • Wie werden Abweichungen, Reklamationen oder Vorfälle behandelt?
  • Wie wird sichergestellt, dass Mitarbeitende ausreichend geschult sind?

Worauf Auditoren bei Interviews achten

Auditoren erwarten keine auswendig gelernten Antworten. Entscheidend ist, dass die befragten Personen ihre Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Schnittstellen und relevanten Vorgaben kennen. Besonders wichtig ist, dass die Aussagen der Mitarbeitenden mit den dokumentierten Prozessen, Nachweisen und tatsächlichen Abläufen übereinstimmen.

Praxisbezug: Was im Audit wirklich zählt

In der Praxis zeigt sich häufig, dass Unternehmen zwar umfangreiche Dokumente besitzen, diese aber nicht immer mit dem tatsächlichen Tagesgeschäft übereinstimmen. Genau hier setzt das Zertifizierungsaudit an. Es wird geprüft, ob Prozesse nachvollziehbar beschrieben, Verantwortlichkeiten geklärt und Nachweise zur Umsetzung vorhanden sind.

Beispiele für praxisnahe Auditnachweise

  • aktuelle Prozessbeschreibungen und Arbeitsanweisungen
  • Schulungsnachweise und Qualifikationsmatrix
  • Risikobewertungen und Maßnahmenverfolgung
  • Managementbewertung mit Entscheidungen und Maßnahmen
  • interne Auditberichte mit Korrekturmaßnahmen
  • Reklamationsauswertungen und 8D Reports
  • Wartungspläne, Prüfprotokolle und UVV Nachweise
  • Rechtskataster und Bewertung bindender Verpflichtungen
  • Nachweise zur Lieferantenbewertung

Häufige Schwachstellen vor dem Zertifizierungsaudit

Typische Schwachstellen sind unvollständige Managementbewertungen, veraltete Ziele, fehlende Nachweise zur Wirksamkeit von Maßnahmen, unklare Verantwortlichkeiten oder nicht aktualisierte Risikobewertungen. Auch interne Audits werden häufig zu spät durchgeführt oder behandeln nicht alle relevanten Prozesse. Eine frühzeitige Auditplanung reduziert diese Risiken deutlich.

Ablauf des eigentlichen Zertifizierungsaudits

Das Zertifizierungsaudit folgt einem klaren Ablauf. Nach der Eröffnungsbesprechung werden die geplanten Prozesse anhand des Auditplans geprüft. Der Auditor führt Interviews, sichtet Nachweise, bewertet die Umsetzung und dokumentiert Feststellungen. Am Ende erfolgt eine Abschlussbesprechung, in der Ergebnisse, mögliche Abweichungen und das weitere Vorgehen erläutert werden.

Typischer Ablauf am Audittag

  • Eröffnungsbesprechung mit Vorstellung, Auditumfang und Ablauf
  • Prüfung der Unternehmensführung und Managementbewertung
  • Auditierung der Kernprozesse und Unterstützungsprozesse
  • Interviews mit Verantwortlichen und Mitarbeitenden
  • Sichtung von Dokumenten, Aufzeichnungen und Nachweisen
  • Bewertung von Risiken, Zielen und Korrekturmaßnahmen
  • Zusammenfassung der Feststellungen
  • Abschlussbesprechung mit Bewertung des Auditergebnisses

Bewertung der Auditergebnisse

Werden Anforderungen erfüllt, kann der Auditor die Zertifizierung empfehlen. Werden Abweichungen festgestellt, müssen diese bewertet und innerhalb der vorgegebenen Frist mit geeigneten Korrekturmaßnahmen bearbeitet werden. Wichtig ist dabei nicht nur die Behebung des Einzelfalls, sondern auch die Ursachenanalyse, damit sich die Abweichung nicht wiederholt.

Erfolgsfaktoren für ein sicheres Zertifizierungsaudit

Ein Zertifizierungsaudit verläuft deutlich ruhiger, wenn die Organisation vorbereitet ist und alle Beteiligten ihre Rolle kennen. Die beste Vorbereitung besteht aus einer realistischen internen Prüfung, einer klaren Nachweisstruktur und einem Managementsystem, das tatsächlich im Unternehmen gelebt wird.

Wichtige Erfolgsfaktoren

  • Auditplan frühzeitig erstellen und intern abstimmen
  • alle relevanten Nachweise zentral bereitstellen
  • Verantwortliche und Stellvertretungen festlegen
  • Managementbewertung vor dem Zertifizierungsaudit abschließen
  • interne Audits vollständig durchführen und dokumentieren
  • offene Maßnahmen vor dem Audit prüfen und bewerten
  • Mitarbeitende auf typische Interviewfragen vorbereiten
  • Abweichungen offen, sachlich und lösungsorientiert behandeln

Unterstützung bei Auditplanung und Zertifizierungsaudit

Wir unterstützen Unternehmen bei der strukturierten Vorbereitung auf Zertifizierungsaudits nach ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001 und weiteren Managementsystemen. Dazu gehören Auditplanung, Prüfung der Nachweise, interne Audits, Managementbewertung, Maßnahmenverfolgung und die Vorbereitung der Mitarbeitenden auf Interviews im Audit.

Beratung zur Auditvorbereitung anfragen

FAQ – Auditplanung und Zertifizierungsaudit

1 Warum ist ein Auditplan wichtig?
Der Auditplan legt fest, welche Prozesse wann geprüft werden, welche Personen teilnehmen und welche Normanforderungen betrachtet werden. Dadurch entsteht ein strukturierter und nachvollziehbarer Ablauf.
2 Was wird im Zertifizierungsaudit geprüft?
Geprüft wird, ob das Managementsystem die Anforderungen der Norm erfüllt, wirksam umgesetzt ist und im Unternehmen tatsächlich angewendet wird. Dazu gehören Dokumente, Nachweise, Interviews und Prozessbeobachtungen.
3 Welche Rolle spielen Interviews im Audit?
Interviews zeigen, ob Mitarbeitende ihre Aufgaben, Verantwortlichkeiten und relevanten Vorgaben kennen. Auditoren prüfen dabei, ob die dokumentierten Prozesse mit der gelebten Praxis übereinstimmen.
4 Welche Nachweise sollten vorbereitet werden?
Wichtige Nachweise sind Managementbewertung, interne Auditberichte, Risikobewertungen, Ziele, Maßnahmenpläne, Schulungsnachweise, Prozessbeschreibungen, Rechtskataster und Nachweise zur Wirksamkeit von Maßnahmen.
5 Was passiert bei Abweichungen?
Abweichungen müssen analysiert, bewertet und mit geeigneten Korrekturmaßnahmen bearbeitet werden. Entscheidend ist, dass die Ursache erkannt und die Wirksamkeit der Maßnahme nachvollziehbar nachgewiesen wird.
Stefan Stroessenreuther

Stefan Stroessenreuther

Consulting Qualitätsmanagement ISO 9001 | Personenzertifizierter IATF 16949 und VDA 6.3 Auditor | Information Security Officer ISO/IEC 27001 | Dozent IMB Integrations Modell Bayreuth | Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Qualität | Lead Auditor ISO 14001 | Lead Auditor ISO 45001 | Lead Auditor ISO 9001

Berechnung der durchschnittlichen Zertifizierungskosten ISO 9001

Qualitätsmanagement Beratung ISO 9001 - kompetent und flexibel