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Unterstützung Kapitel 7

Unterstützung Kapitel 7 ISO 9001 | SMCT-MANAGEMENT
Unterstützung Kapitel 7 ISO 9001 | SMCT-MANAGEMENT
Unterstützung Kapitel 7 ISO 9001

Unterstützung in Kapitel 7 der ISO 9001 verstehen und umsetzen

Kapitel 7 der ISO 9001:2015 trägt den Titel Unterstützung. Es bündelt viele der Themen, die in der früheren Ausgabe 2008 unter dem Stichwort Ressourcen, Dokumentation und Kommunikation zu finden waren. Die Norm macht sehr deutlich, dass ein Qualitätsmanagementsystem nur wirksam sein kann, wenn die Organisation die richtigen Ressourcen bereitstellt, Wissen sichert und die Mitarbeitenden befähigt, ihre Aufgaben zu erfüllen.

In diesem Beitrag werden die wichtigsten Abschnitte aus Kapitel 7 praxisnah erläutert: Ressourcen, Messmittel, Wissen der Organisation, Kompetenz, Bewusstsein, Kommunikation und dokumentierte Information.

7.1 Ressourcen zielgerichtet bereitstellen

Ressourcen ermitteln und verfügbar machen

Die Organisation muss bestimmen, welche Ressourcen sie benötigt, um Produkte und Dienstleistungen konform bereitzustellen und das Qualitätsmanagementsystem wirksam zu betreiben. Dazu gehören Personal, Infrastruktur, Prozessumgebung, Überwachungs und Messmittel sowie das Wissen der Organisation.

In der Praxis bedeutet das, die Anforderungen aus Prozessen, Kundenanforderungen und rechtlichen Vorgaben systematisch zu bewerten und daraus konkrete Bedarfe abzuleiten. Diese Bedarfe sollten möglichst im Rahmen von Budgetplanung, Investitionsplanung und Personalplanung berücksichtigt werden.

Infrastruktur und Prozessumgebung

Infrastruktur umfasst Gebäude, Maschinen, IT Systeme und Hilfsmittel, die für die Leistungserbringung erforderlich sind. Die Prozessumgebung beschreibt die physischen und menschlichen Faktoren wie Klima, Ergonomie, Sauberkeit oder soziale Rahmenbedingungen.

Für Organisationen bedeutet dies, regelmäßige Wartung, Instandhaltung und Überprüfung der Arbeitsbedingungen zu etablieren. Abweichungen, die Qualität oder Sicherheit gefährden können, müssen erkannt, bewertet und gezielt abgestellt werden.

7.1.5 Messmittel und 7.1.6 Wissen der Organisation

Ressourcen zur Überwachung und Messung

Im Abschnitt 7.1.5 hat die Norm die Anforderungen an Messmittel deutlich erweitert. Es geht nicht mehr nur um klassische Messgeräte, sondern um alle Mittel, die zur Überprüfung von Konformität eingesetzt werden. Beispiele sind Prüfmittel in der Produktion, Software für Auswertungen oder Prüfplätze im Labor.

Die Organisation muss sicherstellen, dass Messmittel geeignet sind, regelmäßig überprüft und bei Bedarf kalibriert werden. Die messtechnische Rückführbarkeit wird im Unterabschnitt 7.1.5.2 aufgegriffen. Hier geht es darum, dass Messergebnisse auf nationale oder internationale Normale zurückgeführt werden können.

  • Messmittelverzeichnis führen und Verantwortlichkeiten festlegen
  • Kalibrierintervalle definieren und dokumentieren
  • Prüfnachweise und Kalibrierscheine aufbewahren und bei Audits vorzeigen können

Wissen der Organisation sichern und verfügbar machen

Der Abschnitt 7.1.6 ist neu in der ISO 9001:2015 und verlangt einen bewussten Umgang mit dem Wissen der Organisation. Gemeint ist sowohl implizites Wissen erfahrener Mitarbeitender als auch explizites Wissen in Form von Dokumenten, Datenbanken oder Lessons Learned.

Typische Fragen in diesem Kontext sind:

  • Wie stellen wir sicher, dass Wissen erfahrener Kolleginnen und Kollegen bei Austritt erhalten bleibt?
  • Wo werden Arbeitsanweisungen, Spezifikationen und Erfahrungen abgelegt?
  • Wie greifen neue Mitarbeitende schnell auf relevantes Wissen zu?

Praxislösungen reichen von Mentorenprogrammen und geordneten Projektarchiven über Wissensdatenbanken bis hin zu systematischen Nachfolgeregelungen bei Schlüsselpositionen.

7.2 Kompetenz der Mitarbeitenden sicherstellen

Kompetenzen ermitteln und entwickeln

Die Norm fordert, dass Personen, die die Leistung und Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems beeinflussen, über die notwendige Kompetenz verfügen. Kompetenz ergibt sich dabei aus Ausbildung, Schulung, Fertigkeiten und Erfahrung.

Ein typischer Ansatz ist die Erstellung einer Qualifikationsmatrix, in der die erforderlichen Kompetenzen je Funktion beschrieben und mit den tatsächlichen Qualifikationen der Mitarbeitenden abgeglichen werden. Bei Lücken sind Schulungen, Unterweisungen oder begleitete Einarbeitung zu planen und zu dokumentieren.

  • Qualifikationsanforderungen je Rolle definieren
  • Ist Stand über Qualifikationsmatrizen erfassen
  • Schulungspläne und Wirksamkeitsbewertung der Schulungen dokumentieren

7.3 Bewusstsein stärken

Mitarbeitende für Qualität und Verantwortung sensibilisieren

Im Abschnitt 7.3 geht es darum, dass Mitarbeitende verstehen, welchen Beitrag sie zur Erreichung der Qualitätsziele leisten und welche Folgen Fehler oder Nichterfüllung von Anforderungen haben können.

Bewusstsein wird nicht allein durch Schulungen geschaffen, sondern durch regelmäßige Kommunikation, klare Ziele und Rückmeldungen aus Reklamationen, Audits und Kennzahlen. Gute Praxis ist, Qualitätsziele und relevante Ergebnisse sichtbar zu machen und im Rahmen von Teammeetings, Shopfloor Runden oder Managementinformationen zu besprechen.

7.4 Interne und externe Kommunikation

Kommunikationswege und Inhalte festlegen

Die Organisation muss festlegen, wie intern und extern kommuniziert wird, wer mit wem zu welchem Zweck Informationen austauscht und über welche Kanäle dies geschieht. Beispiele sind Qualitätsmeldungen, Kundeninformationen, Lieferantenkommunikation oder behördliche Kontakte.

In der Praxis hat sich eine einfache Kommunikationsmatrix bewährt, die folgende Fragen beantwortet:

  • Wer kommuniziert welche Inhalte?
  • Mit welchen Zielgruppen wird kommuniziert (intern, Kunden, Lieferanten, Behörden)?
  • Über welche Medien (zum Beispiel E Mail, Meetings, Portale, Aushänge)?
  • In welcher Frequenz oder anlassbezogen?

7.5 Dokumentierte Information im Griff behalten

Dokumente und Aufzeichnungen lenken

Unter 7.5 beschreibt die ISO 9001 die Anforderungen an dokumentierte Information. Dazu gehören sowohl Vorgabedokumente wie Prozessbeschreibungen, Arbeitsanweisungen und Formulare als auch Nachweise wie Protokolle, Prüfaufzeichnungen und Freigaben.

Wichtige Punkte sind:

  • Freigabe, Überprüfung und Aktualisierung von Dokumenten regeln
  • Sicherstellen, dass Mitarbeitende nur mit aktuellen Versionen arbeiten
  • Aufbewahrungsfristen für Nachweise festlegen und umsetzen
  • Geeignete Systeme nutzen, zum Beispiel Dokumentenmanagement oder Intranet

Ziel ist eine schlanke, aber verlässliche Dokumentenlandschaft, die das Tagesgeschäft unterstützt und nicht behindert.

Kommunikation ISO 9001 | SMCT-MANAGEMENT
Kommunikation ISO 9001 | SMCT-MANAGEMENT

Messsystemanalyse (MSA) – Messmittel zuverlässig bewerten

Die Messsystemanalyse (MSA) ist ein zentrales Element der Qualitätsfähigkeit. Sie stellt sicher, dass Mess und Prüfmittel verlässliche Ergebnisse liefern und Entscheidungen über Gut oder Schlecht auf einer stabilen Datenbasis getroffen werden. ISO 9001 und besonders IATF 16949 erwarten, dass wichtige Messsysteme bewertet und ihre Eignung nachgewiesen wird.

Ziel und Nutzen der MSA

Ziel der Messsystemanalyse ist es, Streuungen und Fehlerquellen im Messsystem selbst sichtbar zu machen. Dazu gehören Gerät, Prüfling, Bediener und Umgebungsbedingungen. Nur wenn das Messsystem ausreichend fähig ist, können Prozessfähigkeiten (zum Beispiel Cpk) überhaupt sinnvoll bewertet werden.

  • Vermeidung von Fehlentscheidungen durch ungenaue Messungen
  • Transparenz über Wiederholbarkeit und Vergleichbarkeit von Prüfergebnissen
  • Fundierte Basis für Prozessfähigkeitsnachweise und Freigaben

Typische Kennzahlen und Verfahren

In der Praxis werden verschiedene Kenngrößen und Studien eingesetzt, um Messsysteme zu bewerten. Welche Methode geeignet ist, hängt von Bauteil, Prozess und Kundenanforderung ab.

  • Wiederholbarkeit und Reproduzierbarkeit (GRR) für variable Messgrößen
  • Attribut Studien für Gut Schlecht Beurteilungen, zum Beispiel visuelle Prüfungen
  • Cg und Cgk Werte zur Beurteilung von Prüfmitteln an der Maschine
  • Bewertung von Messabweichung, Linearität und Stabilität bei kritischen Messsystemen

Wann sollte eine Messsystemanalyse durchgeführt werden

Eine Messsystemanalyse ist immer dann sinnvoll, wenn Messergebnisse direkte Auswirkungen auf Produktfreigaben oder Kundenentscheidungen haben. Besonders für besondere Merkmale, sicherheitsrelevante Funktionen und Merkmale mit engen Toleranzen verlangen viele OEMs den Nachweis einer MSA.

  • Bei neuen Messmitteln oder wesentlichen Umbauten an vorhandenen Prüfmitteln
  • Bei neuen Produkten oder Prozessen, insbesondere im Rahmen von APQP und PPF PPAP
  • Bei Auffälligkeiten in Prüf und Reklamationsdaten (zum Beispiel häufige Grenzfälle)
  • Regelmäßig nach Vorgabe von Kunden, IATF 16949 oder interner Prüfanweisung

Praxisempfehlungen für die Umsetzung

Für ein wirksames MSA Konzept sollte die Organisation klar festlegen, für welche Merkmale und Prüfmittel Messsystemanalysen Pflicht sind. Die Ergebnisse müssen dokumentiert, bewertet und in den Produktionslenkungsplan, die FMEA und in Prüfpläne zurückgespiegelt werden.

  • MSA Planung als festen Bestandteil von Produkt und Prozessentwicklung verankern
  • Schulung der Prüf und Fertigungsmitarbeitenden im Umgang mit Messmitteln und MSA Ergebnissen
  • Grenzwerte und Akzeptanzkriterien mit Kundenanforderungen und AIAG VDA Vorgaben abstimmen
  • MSA Ergebnisse regelmäßig im Rahmen von Audits und Managementbewertung betrachten
Messsystemanalyse MSA | SMCT-MANAGEMENT
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Stefan Stroessenreuther

Stefan Stroessenreuther

Consulting Qualitätsmanagement ISO 9001 | Personenzertifizierter IATF 16949 und VDA 6.3 Auditor | Information Security Officer ISO/IEC 27001 | Dozent IMB Integrations Modell Bayreuth | Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Qualität | Lead Auditor ISO 14001 | Lead Auditor ISO 45001 | Lead Auditor ISO 9001

Berechnung der durchschnittlichen Zertifizierungskosten ISO 9001

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